Kurz gesagt

Das Wichtigste

  • Rettungsgrabung im Herbst 2023 auf knapp 1.000 Quadratmetern
  • Bronzezeitliche Keramik, Pfostenstellungen und Hitzesteingruben
  • Genaue Datierung und Funktion einzelner Befunde sind noch offen

Der Archäologische Dienst des Kantons Bern erwartete an dieser Stelle vor allem römische Spuren. Gefunden wurden jedoch die Reste einer bislang unbekannten bronzezeitlichen Siedlung. Ihre genaue Zeitstellung lässt sich aus den bisher veröffentlichten Angaben noch nicht bestimmen.

Warum wurde in Heimberg gegraben?

Vor einem Bauprojekt untersuchte der Archäologische Dienst im Herbst 2023 knapp 1.000 Quadratmeter am Schulgässli. Die Arbeiten dauerten gut drei Monate. Zur erwarteten römischen Fundstelle kamen nur wenige neue Erkenntnisse hinzu – dafür traten deutlich ältere Siedlungsspuren zutage. 1

Was wurde gefunden?

Das Team dokumentierte bronzezeitliche Keramik, Pfostenstellungen und mehrere Gruben. Auffällig waren zwei Gruben, die fast vollständig mit Steinen gefüllt waren, die durch starke Hitze zersprungen sind. 1

Solche Hitzesteine konnten Wärme speichern. Deshalb kommen Koch- oder Heizgruben als Erklärung infrage. Ob die Heimberger Befunde tatsächlich so genutzt wurden, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Beleglage

Was ist sicher?

Belegt

  • bronzezeitliche Keramik und Pfostenspuren
  • zwei dicht mit Hitzesteinen verfüllte Gruben
  • Rettungsgrabung auf knapp 1.000 Quadratmetern

Offen

  • genauere Datierung innerhalb der Bronzezeit
  • Grundrisse und zeitliche Abfolge der Gebäude
  • genaue Funktion der Hitzesteingruben

Ein lokaler Rohstoff über mehrere Epochen

Weitere Gruben könnten der Gewinnung von Lehm gedient haben. Das mächtige lokale Lehmvorkommen eignete sich für Wandverputz und Keramik. Es wurde auch in römischer Zeit und von neuzeitlichen Töpfern genutzt. 1

Gesamtansicht der Rettungsgrabung in Heimberg mit Hitzesteingrube am Flächenrand
Die Grabungsfläche; rechts ist eine der Hitzesteingruben zu erkennen. Bild: Archäologischer Dienst des Kantons Bern · Daniel Breu

Heimberg im bronzezeitlichen Aaretal

Vergleichbare Siedlungsreste sind unter anderem aus Thun-Schoren, Richigen und Kehrsatz/Chlywabere bekannt. Zusammen zeigen die Fundstellen, dass das Aaretal ein wichtiger Lebensraum zwischen Mittelland und Alpenpässen war. Für einen genaueren Vergleich muss Heimberg innerhalb der Bronzezeit noch enger datiert werden. 1

Nachweise

Quellen und Beleglage

  1. 1 · AusgangsquelleArchäologischer Dienst des Kantons Bern: Bronzezeitliche Siedlung in Heimberg entdeckt

    Angaben zu Grabungsfläche, Befunden, Bildmaterial und regionalem Zusammenhang.

Zusammenhang
Ort
Heimberg
Region
Aaretal zwischen Thun und Bern
Periode
Bronzezeit
Institution
Archäologischer Dienst Kanton Bern